Freitauch Expedition unter das Eis

Freitauchen unter dem Eis ist ein Abenteuer, das man nie vergessen wird.

Sich nur mit einem Neoprenanzug in die Minusgrade zu stürzen, erfordert vielleicht mehr als nur Mut - aber die Schönheit und das Wunder, das einen unter dem Eis erwartet, sind alle Herausforderungen wert. Nachdem ich den Schritt unter das Eis getan hatte, wagte ich sogar ein Bad im eisigen Wasser, nur mit dem Badeanzug. Dieses Wochenende war eine erstaunliche und anregende Erfahrung. Eine Herausforderung, die ich jedem empfehle, sich ihr zu stellen! 
 

Natascha Leisi über das Tauchen unter dem Eis.

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Ein paar Worte über das Wochenende

Nach einer eisigen Anreise mit viel Schneefall Überqueren des Julierpasses, sind wir, Len, Dani und ich am Freitagmittag am Tauchplatz Silsersee, angereist. Kaum angekommen ging der Himmel auf. Sonnenschein und nur noch teils bewölkter Himmel. Die ersten Vorboten für die traumhaftschöne Wetterlage die uns Samstag und Sonntag auf dem Eis begleiten wird. 

Als erstes haben wir uns mit den Bedingungen vor Ort vertraut gemacht. Die Vorfreude ist gross. Dieses Jahr war das Eis bedeckt von einer ca. 70 cm dicken pudrigen Schneedecke direkt gefolgt vom Eis. Hervorragend! Im letzten Jahr kämpften wir uns durch eine Schneematsch Schicht bis wir das erste Eis erreichten, danach folgte dann nochmals Wasser. Dieses Mal war es viel einfacher. 

Breaking the Ice

Innerhalb kurzer Zeit haben wir eine Dreiecksfläche mit einem Durchmesser von ca. 3 Metern freigelegt. Zum Glück war uns danach schon etwas wärmer.

Dieses Jahr haben wir uns einen manuellen Eisbohrer angeschafft und eine finnische Eissäge. Die ersten Bohrungen mit neuem Equipment können beginnen! Der Eisbohrer ist sehr scharf und funktioniert am besten mit genug Druck von oben und langsamen und gleichmässigen Kreisbewegungen. Wir bohrten ca. 9-14 Löcher entlang der Aussenseite und Querverbindungen Innerhalb unseres Dreiecks, welches später das Eisloch sein wird. Langsam aber kontinuierlich haben wir Stück für Stück, Loch mit Loch verbunden und die 40 cm dicke Eisfläche aufgesägt. 

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Eistauchen mit euch ist jenseits aller Erwartungen. 

Müsste ich es vergleichen, würde ich sogar sagen spektakulärer, als die Erfahrung mit Haien in einem Käfig zu tauchen. 

Matteo Taiana  über das Tauchen unter dem Eis. 
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Bald darauf waren wir nicht mehr alleine auf dem Eis. Etwa 20 meter neben uns, werkelten andere Leute lautstark mit der Motorsäge herum um ebenfalls ein Loch freizubekommen. Damit war für kurze Zeit erst mal Schluss mit der Idylle auf - und unter dem Eis. Und ich frage mich inwiefern das den Winterschlaf der Fische beeinträchtigt. Im Meer weiss ich, dass Lärm definitiv einen Einfluss auf die Unterwasserwelten hat. 

Da bin ich sehr froh, dass wir mit Karuna dieses Jahr die Investition in nachhaltige Werkzeuge gemacht haben und nicht mehr auf eine Motorsäge angewiesen sind. 

Nach 2 Stunden ist es geschafft - das Eis ist freigesägt. Damit ist die Arbeit aber nicht erledigt. Als nächstes müssen die Eisstücke weit weg unter das Eis gestossen werden, damit sie uns beim Tauchen für die nächsten beiden folgenden Tage nicht in die Quere kommen. 

Und das geht nur im Wasser! Nach über 2 Stunden bei Minusgraden im 2 stelligen Bereich und einem immer sinkenden Sonnenstand - müssen wir uns etwas Überwinden. Denn ins Wasser gehen bedeutet: auf dem Parkplatz am Kofferraum des geparkten Autos umziehen. Mir sind vom Fotografieren und Filmen die Finger schon fast eingefroren, sodass ich mich dazu entschloss das Geschehen von Aussen zu dokumentieren und die Freitauch community weiterhin mit Bild und Filmmaterial zu versorgen. Dani und Len sind die Helden des Nachmittags. Kaum im Anzug, schon machen wir uns wieder unterwegs, die 50 Meter vom geparkten Auto auf die Eisfläche. 

Das Eis ist frei!

Len und Dani sind kontrolliert eingebrochen und haben fröhlich und hochmotiviert die Eisstücke unter das Eis geschoben. Wirklich schön, diese Momente festzuhalten. Auch wenn die Sonne bereits hinter den Bergen verschwunden ist. Bravo Jungs! In ca 20 Minuten ist das Loch befreit von Eis. Unsere Tauchschülerinnen und Tauchschüler können kommen. 

Zurück im Hotel wärmen wir uns auf. Der Tag endet mit einem gemütlichen Abendessen und Kick-off der teilnehmenden Freitaucherinnen und Freitaucher. Die Vorfreude ist riesig gross! 

Auf in ein neues Abenteuer unter dem Eis! 

Die Crew ist komplett. Wir begleiten 5 Teilnehmerinnen und Teilnehmer unter das Eis. Für alle ist es das erste Mal!

Mindestvoraussetzung ist ein Level 1 Zertifikat zum Freitauchen von einer beliebigen Organisation und eine Tauchtauglichkeits-Bescheinigung (unser Blog-Tipp dazu) und Tauchversicherung. Wir helfen unseren Teilnehmerinnen und Teilnehmern bei der Auswahl des richtigen Equipments. Bei diesem Event geht es nicht darum tief zu tauchen. Im Vordergrund steht das Erlebnis unter die Eisdecke abzutauchen und dort eine ganz neue Perspektive spielerisch kennenzulernen. 

Die Kulisse auf dem Silsersee ist majestätisch und könnte nicht schöner sein. Die Sonne scheint, der Himmel ist blau. Wir sind umrandet von schneebedeckten Bergen. 

Bevor die erste Session beginnt, machen Dani und Len das Eis frei. Über Nacht ist das Loch schon wieder 5 cm dick zugefroren. 

30 Minuten später gehen Daniel, Stefan und Marko voran und eröffnen mit uns die erste Session! Wir wollen uns dem eiskalten Wasser mit Respekt und Ruhe nähern. Das Wasser ist klar und lichtdurchflutet. Die Sicht reicht fast 20 Meter. 

Ich verfolge ihre ersten Schritte unter dem Eis mit meiner neuen Gopro 10 und bin sehr erstaunt über ihre Fähigkeiten. Wir begleiten die Taucherinnen und Taucher, das sie wissen, sie sind nicht alleine unter dem Eis. Gleichzeitig möchten wir Ihnen die Möglichkeit geben ihre eigenen Erfahrungen zu machen und die Schönheit und Stille sicher zu geniessen. Die Aufnahmen die dabei entstehen sind überwältigend. Jedes Video enthüllt den individuellen schönen Charakter der Taucherinnen und Taucher. Alle bewegen sich sehr natürlich, ruhig und entspannt unter dem Eis. Die Stimmung ist sehr gut, alle tauchen mit einem breiten Lächeln auf dem Lippen auf. Überwältigt von den Eindrücken unter dem Eis.  

Natürlich geben wir zwischendurch nützliche Tipps und haben die Gruppe auch ausreichend über die Absicherung unter dem Eis informiert. Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind über ein Seil gesichert wenn Sie unter das Eis tauchen. Dazu ist immer jemand dabei der die Taucherinnen und Taucher beobachtet. 

Parallel heizt Valdy die Zeltsauna ein, damit sich alle nach dem Eistauchen wieder aufwärmen können und niemand zu lange kalt hat. 

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Höre nie auf, dich selbst herauszufordern und bleibe neugierig auf das Leben!

Ich konnte mir nicht vorstellen wie ich auf die Kälte reagier aber ich hab die Kälte richtig genossen.

Francisca über das Tauchen unter dem Eis. 

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Wir hoffen der Artikel hat für Lust auf Tauchen unter dem Eis gesorgt. 
Für Fragen und bei Interesse an einem ähnlichen Event, stehen wir Dir gerne zur Seite! Hinterlasse uns einen Kommentar, oder schreibe uns eine Email an: info@kaluna-freediving.ch.

 

"Die Liebe zur Unterwasserwelt begleitet mich solange ich denken kann. Ich konnte noch nicht schwimmen, da bin ich schon getaucht." Schweizer Meisterin 2021

 greenandbluemermaid

 

 

 

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